Haischutz adé? (22.03.2010) China, Japan sowie Russland verweigerten sich dem Haischutzantrag

Es ist wie eine Achterbahnfahrt: kaum hat mein einen Berg erklommen, geht es wieder mit rasanter Fahrt hinab in die Abgründe. Genauso stellen sich derzeit die Bemühungen dar, eine Katastrophe in den Weltmeeren abzuwenden und endlich, buchstäblich in letzter Minute, den Haibestand zu schützen. Als am 9. März die Malediven sich zum 1. Juli als Haischutzzone erklärten, war ein wichtiges Etappenziel im Haischutz erreicht.

Bis zum 25. März findet in Doha / Katar die 15. Vertragstaatenkonferenz zum Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) statt. Und hier gab es gestern eine Schlappe für den internationalen Hai- und Artenschutzschutz, die so nicht eingeplant und erwartet worden war. Sie wird dazu führen, dass die Bemühungen der internationalen Haischutzorganisationen und hunderttausender engagierten Sporttaucher um Jahre zurück geworfen werden! Überraschend verpasste die von der EU und den Vereinigten Staaten unterstützte Initiative nach mehr Transparenz beim Fang und Handel von Haien und Haiprodukten, sowie die Agenda zum Schutz der Blauflossen Thunas die notwendige Zweidrittelmehrheit. China, Japan sowie Russland verweigerten sich dem Haischutzantrag und auch Staaten wie Libyen und Marokko zogen nicht mit, weil sie Probleme für die einheimische Fischindustrie befürchten.

Die internationale Konferenz, an der insgesamt 175 Staaten teilnehmen läuft noch bis zum 25. März. Und auch für den Schutz der drastisch zurückgegangenen Blauflossen-Thunfische hat sich keine Mehrheit gefunden. Japan hat auch in diesem Punkt seine harte Ablehnung signalisiert und hat, u.a. mit der Unterstützung durch China, auch diesen wichtigen Punkt der Agenda zum Flop für den Artenschutz werden lassen.

Mit der Haischutz-Erklärung der Malediven, die bewusst wenige Tage vor Beginn der Konferenz auch ein Zeichen setzen sollte, war zunächst ein leichtes Aufatmen durch die Reihen den engagierten Haischützer und durch die Reihen der Sporttaucher gegangen.

Ibrahim Didi, Fischerei- und Landwirtschaftsminister der Malediven hatte verkündet, dass die Malediven sich nach Palau als zweiter Staat entschlossen haben, ab 1. Juli sein Staatsgebiet zur Haischutzzone zu erklären und jede Form von Haifischerei und -Finning zu untersagen. Neben Palau haben also inzwischen auch die Malediven erkannt, dass mit dem Zusammenbruch der Haibestände nicht nur das gesamte ökologische System in Gefahr gerät, sondern dass die Haie gerade auch für die Attraktivität der Tauchgebiete für Sporttaucher von großer Bedeutung sind. Und für beide Destinationen, Palau und Malediven, sind Sporttaucher eine wichtige Zielgruppe im Tourismusgeschäft.

Leider war die Erkenntnis und das Bekenntnis zum Haischutz auch erst nach jahrelangen, teils massiven Protesten von Haischutzorganisationen mit der Unterstützung hunderttausender Sporttaucher „gereift“. Behilflich war bei diesem Erkenntnisprozess sicherlich auch das Ergebnis der Studie eines Forscherteams der australischen James Cook Universität in Townsville/Queensland, die nicht nur das Great Barrier Reef vor der Haustür hat, sondern auch feststellte, dass rein ökonomisch betrachtet ein grauer Riffhai für die Tourismusindustrie einen Wert von rund 2500 € pro Jahr hat, während ein Fischer für einen zur Strecke gebrachten Hai nur einmalig wenig mehr als 23 € bekommt. Also auch in diesem Fall scheinen ökonomische Kalkulationen und nicht allein menschliche Vernunft das Kernargument für die vernünftige Lösung gewesen zu sein. Doch was nützen zarte Fortschritte wie in Palau und auf den Malediven, wenn sich anderenorts Nationen, wie nun in Katar geschehen, mit Brachialgewalt und unter Missachtung aller Warnungen und wissenschaftlicher Erkenntnisse über ökologische und ethische Erkenntnisse hinwegsetzen und sich als Lobbyisten wirtschaftlicher Interessen bloßstellen. Bleibt zum Abschluss dieser Meldung nur noch ein Zitat von Bertold Brecht anzuhängen:

Sie sägten ab die Äste, auf denen sie saßen
und schrien sich zu ihre Erfahrungen,
wie man schneller sägen könnte, und fuhren
mit Krachen in die Tiefe. Und die ihnen zusahen,
schüttelten die Köpfe beim Sägen und
sägten weiter.

 

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Aquatic ‘dead zones’ contributing to climate change

As oxygen-deprived waters increase, they emit more greenhouse gasses into atmosphere

Dead Zones

Cambridge, Md. (March 11, 2010) – The increased frequency and intensity of oxygen-deprived “dead zones” along the world’s coasts can negatively impact environmental conditions in far more than just local waters. In the March 12 edition of the journal Science, University of Maryland Center for Environmental Science oceanographer Dr. Lou Codispoti explains that the increased amount of nitrous oxide (N2O) produced in low-oxygen (hypoxic) waters can elevate concentrations in the atmosphere, further exacerbating the impacts of global warming and contributing to ozone “holes” that cause an increase in our exposure to harmful UV radiation.

“As the volume of hypoxic waters move towards the sea surface and expands along our coasts, their ability to produce the greenhouse gas nitrous oxide increases,” explains Dr. Codispoti of the UMCES Horn Point Laboratory. “With low-oxygen waters currently producing about half of the ocean’s net nitrous oxide, we could see an additional significant atmospheric increase if these ‘dead zones’ continue to expand.”

Although present in minute concentrations in Earth’s atmosphere, nitrous oxide is a highly potent greenhouse gas and is becoming a key factor in stratospheric ozone destruction. For the past 400,000 years, changes in atmospheric N2O appear to have roughly paralleled changes in carbon dioxide CO2 and have had modest impacts on climate, but this may change. Just as human activities may be causing an unprecedented rise in the terrestrial N2O sources, marine N2O production may also rise substantially as a result of nutrient pollution, warming waters and ocean acidification. Because the marine environment is a net producer of N2O, much of this production will be lost to the atmosphere, thus further intensifying its climatic impact.

Increased N2O production occurs as dissolved oxygen levels decline. Under well-oxygenated conditions, microbes produce N2O at low rates. But at oxygen concentrations decrease to hypoxic levels, these waters can increase their production of N2O.

N2O production rates are particularly high in shallow suboxic and hypoxic waters because respiration and biological turnover rates are higher near the sunlit waters where phytoplankton produce the fuel for respiration.

When suboxic waters (oxygen essentially absent) occur at depths of less than 300 feet, the combination of high respiration rates, and the peculiarities of a process called denitrification can cause N2O production rates to be 10,000 times higher than the average for the open ocean. The future of marine N2O production depends critically on what will happen to the roughly ten percent of the ocean volume that is hypoxic and suboxic.

“Nitrous oxide data from many coastal zones that contain low oxygen waters are sparse, including Chesapeake Bay,” said Dr. Codispoti. “We should intensify our observations of the relationship between low oxygen concentrations and nitrous oxide in coastal waters.”

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The article “Interesting Times for Nitrous Oxide” appears in the March 12, 2010 edition of the journal Science.

The University of Maryland Center for Environmental Science is the University System of Maryland’s environmental research institution. UMCES researchers are helping improve our scientific understanding of Maryland, the region and the world through its three laboratories – Chesapeake Biological Laboratory in Solomons, Appalachian Laboratory in Frostburg, and Horn Point Laboratory in Cambridge – and the Maryland Sea Grant College.
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Wunder-Knete soll Korallen kitten

05.02.10  Von: Jochen Nützel

Expedition Der Coburger Peter Faltermeier forstet vor der ägyptischen Küste ein Stück Riff wieder auf. Dank eines neuartigen Klebers können sogar abgestorbene Korallen wieder wachsen. Das Pilotprojekt unterstützt unter anderem die LMU München.

Fünf Quadratkilometer – das klingt nach viel. Doch die Fläche ist ein Hauch von nichts, wenn man alle Korallenriffe der Erde zusammenzählt, die durch menschliche Eingriffe in Mitleidenschaft gezogen wurden. Und diese fünf Quadratkilometer sind erst der Anfang.Das Areal, um das es geht, liegt im Roten Meer, direkt vor der ägyptischen Küste auf Höhe von Marsa Alam (siehe Grafik), ein bekanntes Refugium für Taucher. Dort versuchen sich der Coburger Peter Faltermeier, zoologischer Direktor im „Sea Star“, und die Mitarbeiter des Aquariums an einer Mammutaufgabe, quasi einer Wiederaufforstung unter Wasser: Er und ein Team aus Tauchern und Biologen werden, so unglaublich es klingt, abgebrochene und abgestorbene Korallenäste nicht nur wieder befestigen, sondern zu neuem und verstärktem Wachstum anregen.

Wie das geht? Das Wundermittel sieht aus wie Knetmasse für Kinder, doch in dem blauen und orangefarbenen Kit steckt eine Revolution: „Es gibt bereits Korallenkleber, aber nur fürs Aquarium. Unserer ist fürs Salzwasser und das offene Meer geeignet, er wird nach kurzer Zeit knochenhart und trotzt auch starker Strömung“, erklärt Faltermeier und dreht den Kautschuk zwischen den Fingern. Dann drückt er ihn auf ein Trägermedium, etwa einen Kalkstein, und steckt ein Stück Koralle hinein. Das Besondere: Die Masse, ein Ein-Komponenten-Kleber, ist angereichert mit Spurenelementen. Sobald der Kit geknetet wird, geben in seinem Inneren winzige Kapseln einen Dünger-Cocktail frei. Der ist nicht nur zu 100 Prozent biologisch abbaubar und somit harmlos für Tiere und Pflanzen, er regt das Wachstum der Gewebehaut der Korallen ungemein stark an. Faltermeier und die Entwicklerin des Klebers, die Coburger Ingenieurin Elfi Kummer, haben in Aquarien-Versuchen festgestellt, dass eine damit behandelte Koralle pro Jahr 20 Zentimeter zulegt – in freier Natur wächst sie in diesem Zeitraum gerade mal einen Zentimeter.

Anfang März wird sich Faltermeier auf den Weg nach Ägypten machen – mit 500 Kilogramm des Klebers im Wert von rund 10000 Euro. Eine Abordnung der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) München soll das Projekt begleiten und dabei das Stück Riff vermessen sowie den Grad der Schädigung erfassen. „Die Korallen dort sind noch relativ intakt – und das soll so bleiben. Deswegen gehen wir runter und bessern da aus, wo es schon Löcher und Risse gibt.“ Auch die größte ägyptische Umweltschutzorganisation Hepta hat ihre Unterstützung angekündigt und will das Gebiet während der „Bauarbeiten“ abriegeln.

Das Vorhaben des Coburgers ist so noch nie praktiziert worden. „Ich verspreche mir viel davon“, sagt der 47-Jährige. Wenn der Pilotversuch klappt, dann ließe sich das Aufforstungsprogramm beispielsweise auch vor Sri Lanka anwenden, wo 2006 der verheerende Tsunami auch einen Großteil der Riffe verwüstete. Der Wiederaufbau der Unterwasser-Landschaft wäre eine Sensation – vielleicht gelingt sie mit einem besonderen Klebstoff made in Coburg …

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19 Minuten Luft anhalten? Weltrekord im statischen tauchen!

Das anwesende Richterteam habe den Guiness-Rekord bestätigt, schreibt das Tagblatt aus Sankt Gallen, wo Colat sein Tauchvorhaben auf der Ferienmesse öffentlich präsentierte. Um 19 Sekunden hat er damit den bisherigen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde überboten.

Der alte Rekord im sogenannten statischen Zeittauchen mit vorheriger Sauerstoffinhalation wurde vom Italiener Nicola Putignano gehalten. Peter Colat selbst hatte die Bestmarke bereits 2008 gebrochen. Damals schaffte er es, 16:32 Minuten unter Wasser zu bleiben.

Der 38-jährige Colat ist außerdem Schweizer Rekordhalter im Streckentauchen ohne Flossen (127 Meter) und mehrfacher Schweizer Meister in verschiedenen Freitauch-Wettbewerben, wie seiner Website weiter zu entnehmen ist.

Beim Zeittauchen geht es darum, mit einem Atemzug möglichst lange unter Wasser zu bleiben. Gemessen wird die Zeit, in der die Atemwege unter Wasser sind. Beim Zeittauchen mit Sauerstoff atmet der Taucher zehn Minuten vor dem Start ausschließlich 100 Prozent reinen Sauerstoff aus einer Sauerstoffflasche.

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‘Jacques Cousteau: The Sea King’: a life in and about the ocean

 Book review

“Jacques Cousteau: The Sea King” by Vashon author Brad Matsen is a new biography of the Oscar-winning filmmaker, environmental activist, French resistance fighter and scuba diver extraordinaire. Matsen discusses his book Wednesday at Town Hall Seattle.

By John Hartl
Special to The Seattle Times

 Author appearance
Brad Matsen

The author of ‘Jacques Cousteau: The Sea King’ will discuss his book at 7:30 p.m. Wednesday at Town Hall Seattle, 1119 Eighth Ave. Tickets are $5; available at brownpapertickets.com, and at the door.

‘Jacques Cousteau:
The Sea King’
by Brad Matsen
Pantheon, 336 pp., $26.95

“I loved touching water. Physically. Sensually. Water fascinated me.”
Trying to describe an early memory, of diving into a silty lake and opening his eyes under water for the first time, Jacques Cousteau was instinctively eloquent on the beginnings of a lifelong obsession.

“He was not at all frightened,” adds his Vashon Island-based biographer, Brad Matsen. “The water soothed him and banished all fear.”

Perhaps it was this trauma-less, literally eye-filling underwater experience that led to so many brave confrontations with death, so many narrow escapes, so many advances in the technology of underwater exploration.

When he died on June 25, 1997, Cousteau owned one of the most recognizable faces on the planet. Oscar-winning filmmaker, environmental activist, French resistance fighter and scuba diver extraordinaire, he seemed to jam many lifetimes into one very busy and public one.

Yet, as Matsen deftly demonstrates, we hardly knew him. For all his fame, Cousteau, who had an official wife and two sons, successfully led a secret life that included a mistress and two children. Only after the first wife died would he reveal that he’d had a second family for two decades.

During his later years, Cousteau continued to accept awards, create landmark movies and make speeches for his beloved Cousteau Society. But, as Matsen so wryly puts it, “he saw few people outside his immediate families.” Even then, Cousteau could be snippy. When his older son, Philippe, announced that he would marry an American, Jacques and his wife, Simone, refused to attend the wedding.

The black sheep in the Cousteau history was his older brother, Pierre-Antoine, an anti-Semitic journalist who became a Nazi collaborator. Around the same time, Jacques was spying for the other side, earning the French Legion of Honor for his work.

Possibly the strangest event in their relationship was a 1942 screening of Jacques’ early movie, “Sixty Feet Down,” for an audience of German officers and Vichy politicians in occupied Paris. Pierre-Antoine arranged the screening and a reception. After the war, he was nearly shot for following Nazi orders. Also after the war, Jacques’ follow-up film, “Epaves,” won a special prize at the first Cannes Film Festival in 1946. One decade later, he would return to take the top Cannes prize for “The Silent World,” which later won a documentary Oscar. In 1965, he would win another Academy Award for “World Without Sun.”

Matsen describes Cousteau’s Oscar winners as huge box-office successes, yet neither led immediately to other films. Cousteau was forced to go into television — where he had his greatest success, collaborating with David Wolper, PBS and eventually Ted Turner. Each of these relationships led to problems too, partly because Cousteau’s ratings winners (sharks, sunken treasures) were often followed by pessimistic programs about lead poisoning, nuclear waste and Japanese fishermen slaughtering dolphins. By the end of his life, he no longer believed that the planet was salvageable.
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